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16 Dezember 2009

Alice Sebold: "In meinem Himmel" ("The lovely Bones")




In meinem Himmel: Roman


Dieser amerikanische Roman dürfte derzeit vermehrt Aufmerksamkeit geniessen, denn die Verfilmung von Peter Jackson ist inzwischen schon in vielen Kinos gestartet (hier in Irland läuft der Film "The lovely Bones" bereits).

Ich habe dieses Buch diesen Herbst gelesen, als die Tage immer kürzer wurden und die Landschaft immer trister. Es war das ideale Buch für die tägliche Bahnfahrt von und zur Arbeit, aber auch abends und am Wochenende konnte ich das Buch stellenweise nicht aus der Hand legen.

Worum geht es?Die Geschichte ist schnell zusammengefasst. Das Mädchen Susie Salmon ist ein normaler Teenager in einer normalen amerikanischen Kleinstadt der 1970er-Jahre. Sie ist eben in der Phase ihres Lebens angelangt, in welcher die erste kleine Romanze mit einem Schulkameraden sich beginnt zu entfalten, als sie eines kalten Dezemberabends von einem Nachbar in einem nahe gelegenen Maisfeld vergewaltigt und getötet wird.
Von "ihrem Himmel" aus verfolgt sie von nun an das Leben ihrer Familie und Freunde über die kommenden Monate, ja Jahre. Dabei dreht sich zunächst fast alles, was sie mitbekommt, um sie - die Menschen, die mit ihrem Verlust zurecht kommen müssen und deren verschiedene Arten, mit ihrem Verlust fertig zu werden.

Wie ist es?
Alice Sebold erzählt in "In meinem Himmel" sehr einfühlsam und teilweise äußerst spannend und schockierend die Geschichten von Susie's Familienangehörigen und Freunden. Auch die Geschichte und Persönlichkeit ihres Mörders wird dargestellt, und bei dem Blick in die seelische Leere und auf den "Dark Passenger", welcher in diesem Menschen zu wohnen scheint, konnte ich mich des schauderns nicht erwehren.

Es sind aber vor allem die Wege und Irrwege Ihrer Eltern, jüngeren Schwester und des kleinen Bruders, sowie der engsten Schulfreunde, welches dieses Buch so interessant machen. Die subtilen Verbindungen zwischen den Menschen in der Kleinstadt, und das leere Zentrum, welches als das Bindeglied dieses "Netzwerkes" die ermordete Susie ist, machen aus diesem kleinen, aber feinen Roman eine sehr lesenswerte Geschichte über die Unzulänglichkeiten unseres Lebens, die Sinnlosigkeit unserer Bestrebungen und Eitelkeiten im Angesicht des Todes, aber auch über die Schönheit wahrer Menschlichkeit.

Fazit:Lesen! Dieses Buch passt in die kalte Jahreszeit, es ist keine Strand- oder Urlaubslektüre, und kein Buch, dass man so schnell vergessen wird. Ich bin froh, dass ich es las, bevor der Film auf den Markt kam, denn im Laufe des Lesens habe ich eine sehr persönliche Beziehung zu Personen wie Susie's Vater aufgebaut, und die ersten Screenshots vom Film haben mich sehr enttäuscht, ich finde, einige Schauspieler (v.a. Susies Vater) sind so weit von der Buchvorlage entfernt, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ich den Film so sehr geniessen werde wie ich das Buch genoss.


29 November 2009

Leenders / Bay / Leenders: "Jenseits von Uedem"




Jenseits von Uedem


Für jemanden, der noch nie in Uedem oder in der niederrhenischen Gegend um Uedem war, wird dieses Buch einfach ein Krimi unter vielen sein.


Aber nachdem ich die Gegend um Uedem, Kleve, Xanten, Goch etc... besuchte, war die Lektüre dieses Buches sehr spannend und brachte einige schöne Erinnerungen zurück.


Die Story an sich ist simpel - es beginnt mit dem mysteriösen Tod eines Privatdetektives während der "Herrensitzung" des Klever Karneval.


Die Hauptpersonen sind eine Gruppe von Polizeibeamten der "Kripo Kleve", und der kurze Roman beschreibt ihre Untersuchungen auf der Jagd nach dem Mörder.


Das Buch hat einen großen Fehler: es ist zu kurz. Nein, nicht aus dem Grund, aus welchem "Der Herr der Ringe" für alle Fans zu kurz ist, sondern am Ende war ich wirklich erstaunt wie schnell und auch etwas lieblos die Geschichte aufgelöst und beendet wird. Zu Beginn entspannt sich die Geschichte in mehreren Schichten und man wird hineingezogen in den niederrheinischen Mikrokosmos. Ich werfe es dem Autoren-Trio auch heute noch vor, mich erst in die Geschichte "eingefangen" zu haben, nur um mich am Schluss in einigen wenigen Seiten wieder aus ihr hinaus zu werfen.


Nach dem Lesen hatte ich das Gefühl, dass nicht alle "losen Enden" verknüpft wurden (z.B. die Love-Story zwischen zwei Ermittlern), was nie wirklich schön ist.


Mein Resüme: zu Beginn stark, dann lässt so ab der Mitte des Buches die Spannung nach und der Abgang ist leider schwächer als erwartet.


Und so kann ich das Buch wirklich nur Leuten empfehlen, die eine persönliche Beziehung zum Niederrhein haben.